Wer biodynamisch arbeiten will, steht früher oder später vor der Frage: Woher nehme ich die Präparate? Es gibt mehrere Wege, und sie schließen einander nicht aus. Dieser Beitrag ordnet die Möglichkeiten und sagt, worauf bei der Qualität zu achten ist — ohne konkrete Anbieterliste, denn die ändert sich laufend und ist anderswo besser aufgehoben.
Selbst herstellen
Der ursprünglichste Weg ist die eigene Herstellung auf dem Betrieb. Die biodynamische Tradition legt sie nahe, weil man die Präparate dabei mit den eigenen Händen versteht und sie in den Hofkreislauf eingebunden bleiben. Für den Anfang ist das nicht zwingend — die Herstellung verlangt Hörner, tierische Hüllen, Heilpflanzen und vor allem Erfahrung. Wie der Herstellungszyklus übers Jahr läuft, steht in den Herstellungs-Leitfäden zu Hornmist 500 und Hornkiesel 501 sowie im Überblick Kompostpräparate.
Regionale Präparategruppen
Der in der Praxis verbreitetste Weg führt über regionale Arbeitsgemeinschaften: Mehrere Betriebe stellen die Präparate gemeinsam her, teilen Aufwand, Material und Erfahrung. Das senkt die Einstiegshürde erheblich und ist zugleich der beste Lernort — gerade für Umstellungsbetriebe. Wer einsteigt, fragt am besten bei der regionalen Demeter-Beratung nach einer solchen Gruppe in der Nähe.
Präparatezentralen und Verbände
Wo Eigenherstellung oder Gruppe (noch) nicht möglich sind, liefern spezialisierte Präparatezentralen und biodynamische Einrichtungen fertige Präparate. Im deutschsprachigen Raum gibt es etablierte Zentralen und Forschungseinrichtungen, international eine gewachsene Szene — biodynamische Verbände und Vereinigungen in der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Spanien und darüber hinaus führen oder vermitteln Präparate. Fertige Präparate zu beziehen ist ausdrücklich legitim: Sauber hergestellte Ware ist allemal besser als gar keine Präparatearbeit.
Worauf es bei der Qualität ankommt
Egal woher: Entscheidend ist die handwerkliche Qualität. Präparate sind lebendige Substanzen, deren Wirkung an Herkunft, sorgfältiger Herstellung und richtiger Lagerung hängt. Beim Bezug lohnt der Blick darauf, dass die Präparate fachgerecht hergestellt und frisch sind, und nach dem Bezug die richtige Aufbewahrung (siehe Lagern der Präparate und Sorgfalt in der Präparatearbeit). Für Demeter-Betriebe gilt zusätzlich, dass nur die anerkannten Präparateformen die Pflichtarbeit erfüllen.
Häufige Fragen
Muss ich biodynamische Präparate selbst herstellen?
Nein. Du kannst sie über regionale Präparategruppen oder spezialisierte Präparatezentralen beziehen. Die Eigenherstellung ist der Lernweg, kein Muss.
Wo finde ich eine regionale Präparategruppe?
Über die regionale Demeter-Beratung, die Arbeitsgemeinschaften in der Nähe kennt und vermittelt.
Sind zugekaufte Präparate schlechter?
Nicht grundsätzlich. Sauber hergestellte zugekaufte Präparate sind besser als eine fehlerhafte Eigenproduktion — und allemal besser als gar keine.
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