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Hornkiesel 501

Hornkiesel (Präparat 501) ist das Lichtpräparat der Biodynamik: fein gemahlener Quarz, über Sommer im Kuhhorn vererdet, morgens auf die Pflanze gesprüht. Gegenpol zu Hornmist.

Was ist Hornkiesel (501)?

Hornkiesel, in der biodynamischen Praxis Präparat 501, ist das zweite der beiden Feldspritzpräparate und der Gegenpol zu Hornmist 500. Ausgangsstoff ist fein gemahlener Quarz (Bergkristall), der in ein Kuhhorn gefüllt und über den Sommer im Boden vergraben wird. Vor der Anwendung wird eine sehr kleine Menge in Wasser eine Stunde lang gerührt und morgens auf die Pflanzen gesprüht.

Während Hornmist von unten wirkt — auf Boden und Wurzel —, wirkt Hornkiesel von oben: auf Licht-, Reife- und Aromaprozesse. Ihm wird zugeschrieben, die Widerstandskraft der Pflanze, die Ausreifung und die Haltbarkeit der Früchte zu fördern. Die beiden bilden ein Gleichgewicht aus Wurzelraum und Lichtraum.

Hornmist und Hornkiesel im Zusammenspiel

In der Praxis werden beide oft nacheinander eingesetzt. Bei anhaltender Trockenheit hat sich bewährt, abends Hornmist und am nächsten Morgen Hornkiesel zu spritzen, um das Wachstum anzuregen.

Herstellung

Der Quarz wird mehlfein gemahlen — so entsteht eine große, lichtaktive Oberfläche — und mit Regenwasser zu einem Brei verrührt, der in das Kuhhorn gefüllt wird. Die Hörner kommen zwischen Ostern und Pfingsten in den Boden, an einen frei liegenden, ganztägig besonnten Platz, und bleiben über den Sommer in der Erde, den Sonnenkräften ausgesetzt. Im Herbst werden sie ausgegraben. Hornkiesel ist gut lagerfähig: trocken und am Licht aufbewahrt, hält er sich lange.

Die ausführliche Herstellung beschreibt Wistinghausen in „Herstellung der Feldspritz- und Düngerpräparate".

Anwendung und Wirkung

Hornkiesel wird morgens und auf die Pflanze ausgebracht — fein vernebelt, in die Atmosphäre des Bestands. Eingesetzt wird er ab der Blattentwicklung; mit Beginn der Reife empfiehlt sich die Spritzung am Nachmittag. Klares Wetter unterstützt die Wirkung, heiße Mittagszeit und trocknende Winde werden gemieden.

Die Mengen sind sehr klein: rund ein Gramm auf 10 bis 15 Liter Wasser für 2.500 Quadratmeter, oder etwa vier Gramm je Hektar. Bewährt haben sich rhythmische Spritzungen zur Stärkung gegen Pilze und Insekten — an drei aufeinanderfolgenden Tagen zur gleichen Tageszeit, im Abstand von zwei bis drei Wochen wiederholt. Mehrfache Anwendung erhöht Ertrag, Ausreifung, Haltbarkeit und eine ausgeglichene Qualität.

Vor dem Ausbringen wird auch Hornkiesel eine Stunde gerührt — das Dynamisieren.

Einordnung

Wie bei allen Präparaten beruht die Begründung auf Steiners Kräftebegriff; die isolierte Wirkung ist wissenschaftlich schwer zu prüfen. Für Demeter-Betriebe ist Hornkiesel verpflichtend — kulturartgerecht mindestens einmal jährlich auf den Pflanzen aller Flächen.

Häufige Fragen zu Hornkiesel 501

Was ist der Unterschied zwischen Hornmist und Hornkiesel?

Hornmist (500) ist ein Bodenpräparat aus Kuhmist, wirkt über Wurzel und Boden, wird abends auf den Boden gespritzt. Hornkiesel (501) ist ein Lichtpräparat aus Quarz, wirkt über Licht und Reife, wird morgens auf die Pflanze gesprüht. Sie sind Gegenpole.

Wann wird Hornkiesel gespritzt?

Morgens, ab der Blattentwicklung; bei beginnender Reife eher nachmittags. Bei klarem Wetter, nicht in der heißen Mittagssonne.

Wie wird Hornkiesel hergestellt?

Fein gemahlener Quarz wird mit Wasser zu Brei verrührt, ins Kuhhorn gefüllt und von Frühjahr bis Herbst im Boden vergraben — über den Sommer, den Sonnenkräften ausgesetzt.

Verwandte Begriffe

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