Was ist Demeter?
Demeter ist das Markenzeichen für Erzeugnisse aus biodynamischer Wirtschaftsweise und zugleich der Name des ältesten Bio-Anbauverbands. Der Name leitet sich von Demeter ab, der griechischen Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit.
Demeter gilt als der strengste der ökologischen Anbaustandards. Wer das Zeichen tragen will, erfüllt nicht nur die EU-Bio-Vorgaben, sondern eine ganze Reihe darüber hinausgehender Anforderungen — allen voran die verpflichtende Arbeit mit den biodynamischen Präparaten.
Demeter als Drauflage, nicht als Ersatz
Wichtig zum Verständnis: Der Demeter-Standard steht zusätzlich auf der EU-Öko-Verordnung. Bei Abweichungen gilt vorrangig die EU-Verordnung; die Demeter-Richtlinie verschärft sie (Demeter-Richtlinie 2026, Kap. I.5.1). Demeter folgt zudem dem Prinzip der Positivliste: Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist nicht zulässig.
Herkunft und Kontext
Den Ausgangspunkt bildete Rudolf Steiners Landwirtschaftlicher Kurs zu Pfingsten 1924 in Koberwitz. Aus der Bewegung, die daraus entstand, ging die Organisation hervor: 1927 wurde die Verwertungsgesellschaft Demeter gegründet, 1928 das Demeter-Zeichen eingeführt und in den ersten Demeter-Richtlinien festgehalten. 1932 wurde der Begriff Demeter als Markenzeichen beim Patentamt München angemeldet.
Heute ist Demeter international organisiert; den Rahmen setzt die Biodynamische Föderation Demeter International.
Was unterscheidet Demeter von EU-Bio?
Mehrere Punkte gehen über den allgemeinen Bio-Standard hinaus:
Die biodynamischen Präparate sind Pflicht — Hornmist mindestens einmal jährlich auf allen Flächen, Hornkiesel kulturartgerecht, Kompostpräparate in allen Wirtschaftsdüngern. Der Hoforganismus mit weitgehend geschlossenem Kreislauf ist Leitbild, Tiere sind zentraler Bestandteil. Beim Saatgut sind Hybridsorten im Getreide ausgeschlossen, samenfeste Sorten werden bevorzugt. Hinzu kommen strengere Obergrenzen bei der Düngung und eine ausgearbeitete biodynamische Pflanzenzüchtung.
Einordnung
Demeter ist zugleich Verband, Marke und Methode — diese drei Ebenen werden oft vermischt. Als Bio-Standard ist Demeter unter den großen Verbänden (neben Bioland, Naturland) der mit den weitestgehenden Anforderungen. Die biodynamische Grundlage hat anthroposophische Wurzeln, was Teil der öffentlichen Debatte um den Verband ist.
Häufige Fragen zu Demeter
Was bedeutet Demeter?
Demeter ist das Markenzeichen für biodynamisch erzeugte Produkte und der Name des zugehörigen Anbauverbands. Benannt nach der griechischen Göttin des Ackerbaus.
Was ist der Unterschied zwischen Demeter und Bio?
Demeter erfüllt alle EU-Bio-Anforderungen und legt strengere darauf: verpflichtende Präparatearbeit, Hoforganismus mit Tierhaltung, Hybridverbot beim Getreide, engere Düngegrenzen. Bio ist der gesetzliche Mindeststandard, Demeter geht deutlich weiter.
Seit wann gibt es Demeter?
Die Bewegung beginnt 1924 mit Steiners Landwirtschaftlichem Kurs. Die Verwertungsgesellschaft Demeter entstand 1927, das Demeter-Zeichen 1928, die Markenanmeldung 1932.
Verwandte Begriffe
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