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Biodynamische Landwirtschaft

Die biodynamische Landwirtschaft ist die älteste Form des ökologischen Landbaus, 1924 von Rudolf Steiner begründet. Kern: der Hof als Organismus, biodynamische Präparate, geschlossene Kreisläufe.

Was ist biodynamische Landwirtschaft?

Die biodynamische Landwirtschaft ist die älteste Strömung des ökologischen Landbaus. Sie geht auf Rudolf Steiner zurück, der ihre Grundlagen 1924 formulierte — Jahrzehnte vor dem Aufkommen des organisch-biologischen Landbaus und der EU-Bio-Verordnung. Der Begriff „biodynamisch" wird heute synonym zu „biologisch-dynamisch" verwendet.

Im Zentrum steht ein ganzheitliches Bild: Der landwirtschaftliche Betrieb wird nicht als Produktionsstätte verstanden, sondern als lebendiger Organismus, der sich möglichst selbst trägt. Boden, Pflanze, Tier und Mensch bilden ein Zusammenspiel, das durch geschlossene Kreisläufe, eigene Düngung und die biodynamischen Präparate gepflegt wird.

Die drei Säulen der Methode

Drei Elemente unterscheiden die biodynamische Wirtschaftsweise von anderen Anbauformen:

Erstens der Hoforganismus — der Hof als weitgehend geschlossener Kreislauf mit eigener Futter- und Düngergrundlage und mit Tieren, vor allem Wiederkäuern, als zentralem Bestandteil. Zweitens die Biodynamische Präparate, die Boden- und Kompostprozesse lenken. Drittens die Arbeit mit Rhythmen: Aussaat, Pflege und Ernte werden, wo möglich, auf günstige Zeitpunkte abgestimmt.

Verzicht auf Synthetisches

Wie jeder ökologische Landbau verzichtet die biodynamische Landwirtschaft auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und künstliche Mineraldünger. Gedüngt wird mit Mist, Gülle und Kompost — möglichst aus dem eigenen Betrieb.

Herkunft und Kontext

Den Anstoß gab eine Vortragsreihe, die Rudolf Steiner zu Pfingsten 1924 im schlesischen Koberwitz vor rund hundert Landwirtinnen und Landwirten hielt. Dieser „Landwirtschaftliche Kurs" (herausgegeben als GA 327) gilt als Gründungstext der Methode und ist bis heute die Urquelle für die gesamte biodynamische Fachliteratur. Anlass war die Sorge der Bauern um nachlassende Bodenfruchtbarkeit und Saatgutqualität in einer Zeit beginnender Kunstdüngung.

Aus dieser Bewegung entstand wenig später der Demeter-Verband, der die biodynamische Wirtschaftsweise bis heute zertifiziert.

Einordnung

Die biodynamische Landwirtschaft hat anthroposophische Wurzeln, und Teile ihrer Begründung — etwa der Bezug auf kosmische Kräfte — stammen aus Steiners geisteswissenschaftlichem Weltbild. Diese Konzepte lassen sich mit naturwissenschaftlichen Methoden nur eingeschränkt prüfen und werden kontrovers diskutiert. Für das Anbausystem als Ganzes liegen jedoch belastbare Daten vor: Der DOK-Langzeitversuch des FiBL (seit 1978 in Therwil, Schweiz) vergleicht biodynamische, bio-organische und konventionelle Bewirtschaftung und weist dem biodynamischen System eine hohe Bodenfruchtbarkeit zu — höhere Humusgehalte und eine deutlich gesteigerte Aktivität der Bodenorganismen. Die isolierte Wirkung einzelner Maßnahmen ist dagegen schwerer zu belegen. Unbestritten ist der Beitrag der Bewegung zur Entwicklung des ökologischen Landbaus insgesamt.

Häufige Fragen zur biodynamischen Landwirtschaft

Was ist der Unterschied zwischen biologisch und biodynamisch?

„Biologisch" (Bio) bezeichnet den ökologischen Landbau nach EU-Verordnung. „Biodynamisch" geht darüber hinaus: zusätzlich Hoforganismus, verpflichtende Präparatearbeit und strengere Regeln. Biodynamische Betriebe erfüllen die Bio-Vorgaben und legen weitere Anforderungen darauf — der Demeter-Standard ist eine Drauflage, kein Ersatz.

Wer hat die biodynamische Landwirtschaft begründet?

Rudolf Steiner mit dem Landwirtschaftlichen Kurs von 1924 in Koberwitz.

Heißt es biodynamisch oder biologisch-dynamisch?

Beides bezeichnet dasselbe. „Biodynamisch" ist die kürzere, heute gebräuchliche Form.

Verwandte Begriffe

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