Das Hornmistpräparat (500) ist das Bodenpräparat der biodynamischen Methode — es belebt den Boden, fördert Durchwurzelung und Humusbildung. Hergestellt wird es nach einem über hundert Jahre erprobten Prinzip: Kuhmist wird in ein Kuhhorn gefüllt und über den Winter im Boden vergraben, wo er sich zu einer dunklen, erdig riechenden Masse wandelt. Dieser Überblick zeigt den Ablauf; die ausführlichen Detailrezepturen stehen bei Wistinghausen und in der weiteren Fachliteratur.
Material
Verwendet wird frischer Kuhmist von gesunden, möglichst weidegefütterten Tieren — kein Gülle-Material. Dazu gut ausgeformte Kuhhörner mit mehreren Jahresringen und ohne Risse. Bewährt hat es sich, Hörner getrennt für Hornmist und Hornkiesel zu führen und nicht zu mischen, da sich die Hörner kaum vollständig reinigen lassen.
Zeitpunkt
Hornmist wird über die dunkle, feuchte, kühle Jahreszeit hergestellt: Die Hörner werden im Spätherbst, etwa um Mitte November, vergraben und im Frühjahr — nach den letzten Frösten, in der Praxis um Ostern herum — wieder geborgen. So reift der Mist über den Winter unter dem Einfluss der ruhenden, feuchten Bodenkräfte. Den vollständigen Herstellungszyklus über das Jahr beschreibt der Artikel Biodynamische Präparate selbst herstellen — die Herbstarbeiten.
Der Ablauf
Der Mist wird locker, aber ohne größere Lufteinschlüsse in die Hörner gefüllt — Lufttaschen begünstigen Fäulnis, zu nasses Material ebenso. Die gefüllten Hörner kommen mit der Öffnung nach unten oder seitlich in eine Grube in lebendigen, nicht zu nassen Boden und werden zugedeckt. Über den Winter wandelt sich der Inhalt; beim Bergen im Frühjahr ist aus dem Mist eine krümelige, dunkle, angenehm erdig riechende Masse geworden. Diese wird aus den Hörnern gelöst und sachgerecht aufbewahrt (siehe Lagern der Präparate), bis sie vor der Anwendung gerührt wird (siehe Dynamisieren).
Ein fauliger Geruch oder schmierige, unverwandelte Masse zeigt, dass etwas nicht gestimmt hat — meist zu nasser Standort, Lufteinschlüsse oder ungeeignetes Material.
Häufige Fragen
Welcher Mist eignet sich für Hornmist 500?
Frischer Kuhmist von gesunden, möglichst weidegefütterten Rindern — kein Gülle-Material.
Wann wird Hornmist vergraben und geborgen?
Vergraben im Spätherbst (um Mitte November), geborgen im Frühjahr nach den Frösten (in der Praxis um Ostern). Er reift über den Winter im Boden.
Woran erkennt man gelungenen Hornmist?
An einer krümeligen, dunklen, erdig riechenden Masse. Fäulnisgeruch deutet auf Fehler bei Standort, Material oder Befüllung hin.
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