Die sechs Kompostpräparate (502–507) entfalten ihre Wirkung erst durch die richtige Anwendung — falsch eingebracht oder zu spät gegeben verpufft der Aufwand. Diese Anleitung fasst zusammen, wie du Schafgarbe (502), Kamille (503), Brennnessel (504), Eichenrinde (505), Löwenzahn (506) und Baldrian (507) in Kompost, Mist und Gülle einbringst. Was die Präparate sind und wie sie zusammenwirken, steht im Überblick Kompostpräparate; hier geht es um die Praxis.
Der richtige Zeitpunkt
Die Präparate kommen so früh wie möglich in die organische Substanz — idealerweise beim Aufsetzen des Komposthaufens oder der Mistmiete, wenn das Material gut durchmischt und gleichmäßig feucht ist. Dann begleiten sie die heiße Rottephase von Anfang an. Wird der Haufen später umgesetzt, werden die Präparate erneut eingebracht. Eine zu späte Erstgabe verschenkt die wirksamste Phase.
Bohrloch-Schema und Reihenfolge
Die fünf festen Präparate (502–506) werden nicht verstreut, sondern punktuell tief in den Haufen gesetzt. Dazu stichst du mit einem Stab gleichmäßig verteilte Löcher in die Miete und gibst in jedes ein Präparat. Die Brennnessel (504) gehört dabei in die Mitte, die übrigen ringsherum — bei langen Mieten wird das Muster wiederholt. Der flüssige Baldrian (507) bildet den Abschluss: Er wird verdünnt über die Oberfläche gegossen oder gesprüht und schließt die Serie sozusagen ab.
Wichtig ist, dass die Präparate feucht bleiben. Nimm sie erst kurz vor Gebrauch aus dem Lager und hülle die kleinen Portionen in eine Handvoll feuchten, reifen Komposts oder Erde, bevor sie ins Bohrloch kommen. Trockene Präparate oder solche, die in Folie geschwitzt haben, verlieren ihre Wirkung.
Mengen
Eine Serie — je eine kleine Portion der fünf festen Präparate plus eine Gabe Baldrian — reicht in der biodynamischen Praxis für rund zehn Kubikmeter festen Dünger, bei Gülle und Jauche entsprechend mehr. Die Mengen sind bewusst klein: Es geht nicht um Masse, sondern um den Impuls. Mehr Präparat bringt keinen Zusatznutzen. Für einen kleinen Gartenkompost genügt entsprechend ein Bruchteil einer Serie.
> Hinweis: Konkrete Gramm- und Milliliterangaben variieren je nach Quelle und Bezugsform. Die hier genannten Größenordnungen (eine Serie auf ~10 m³) folgen der gängigen Praxis nach Wistinghausen; für exakte Mengen die Angaben deiner Bezugsquelle bzw. die Demeter-Vorgaben heranziehen.
Häufige Fehler
Am häufigsten sind drei: zu spät einbringen (nach der heißen Phase), die Präparate austrocknen lassen, und den Baldrian vergessen, der die Serie erst vollständig macht. Auch verstreutes Aufstreuen statt gezielter Bohrlöcher schwächt die Wirkung, weil die Präparate punktuell in den lebendigen Rottekern gehören.
Häufige Fragen
Wann bringt man Kompostpräparate ein?
Möglichst beim Aufsetzen des Haufens, wenn das Material feucht und durchmischt ist; nach dem Umsetzen wiederholen.
Werden alle sechs zusammen angewendet?
Ja. Die fünf festen Präparate kommen gemeinsam in Bohrlöcher, der flüssige Baldrian über die Oberfläche — sie wirken als Ensemble.
Wie viel Präparat braucht ein Haufen?
Eine Serie reicht für rund zehn Kubikmeter festen Dünger. Die Mengen sind klein; mehr bringt keinen Vorteil.
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